Hermann Frieb wird am 11. Dezember 1909 in Mauerkirchen (Kreis Rosenheim) geboren. Nach dem Umzug seiner Familie nach München besucht er dort die Volksschule und später das Realgymnasium. Nach dem Abitur studiert er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Volkswirtschaft.
Mit 23 Jahren tritt er der SPD bei und leitet an der Universität eine sozialistische Studentengruppe. Bereits zwei Jahre später wird er wegen des Verdachts illegaler politischer Tätigkeit ausgewiesen. Frieb verlässt daraufhin München und setzt sein Studium in Wien und später in Prag fort. Dort lernt er Waldemar von Knoeringen, ein Mitglied der Widerstandsgruppe „Neu Beginnen“, kennen und intensiviert seine politische Tätigkeit.
1935, im Alter von 26 Jahren, schließt Frieb sein Studium als Diplom-Volkswirt ab und kehrt nach der Aufhebung seiner Ausweisung nach München zurück. Hier übernimmt er die Kanzlei seines inzwischen verstorbenen Vaters als selbstständiger Steuerberater und Bücherrevisor. Seit dieser Zeit leitet er auch die illegale sozialistische Organisation „Neu Beginnen“ in München und Oberbayern – stets unterstützt von seiner Mutter Paula.
Obwohl er 1941 zum Militär einberufen wird, bleibt er über seine Mutter weiterhin in Kontakt mit der Organisation „Neu Beginnen“. In seinem Landhaus in Fischen am Ammersee legt er ein kleines Waffenlager an. Bei der Wehrmacht wird er an der Kanalküste als Funker eingesetzt, scheidet jedoch im April 1942 wegen eines Herzleidens aus.
Kurze Zeit später wird Frieb in München verhaftet, nachdem die Organisation aufgeflogen ist, und in Untersuchungshaft gebracht. Die Polizei findet in seinem Landhaus am Ammersee sechs Gewehre, mehrere Pistolen und mehr als 10.000 Schuss Munition. Die Anklageschrift des Oberreichsanwalts beim Volksgericht in Berlin wirft ihm daraufhin „Hoch- und Landesverrat“ vor.
Am 27. Mai 1943 verurteilt ihn der Volksgerichtshof in Innsbruck zum Tode. In den Abendstunden des 12. August 1943 wird der Widerstandskämpfer Hermann Frieb im Alter von 34 Jahren im Strafgefängnis München-Stadelheim enthauptet. Seine Beisetzung erfolgt auf dem Nordfriedhof in München
