Erasmus+ Schüleraustausch nach Südfrankreich
Die Klasse 8b der Hermann-Frieb-Realschule zu Gast am Collège St. Augustin in Carnoux-en-Provence
Am Dienstag, den 18. März 2025, startete unser Abenteuer: Vom Flughafen München aus ging es in den sonnigen Süden Frankreichs – nach Marseille. Schon bei der Ankunft spürten wir die warme Mittelmeerluft und die Vorfreude auf eine spannende Woche voller neuer Eindrücke.
Der Mittwoch begann am Collège St. Augustin, wo uns einige französische Schülerinnen herzlich begrüßten und durch ihre Schule führten. Nach der ersten Unterrichtsstunde wartete in der Mensa ein köstliches Begrüßungsfrühstück auf uns: frische Tartines, Croissants, Obst, heiße Schokolade, Tee und Orangensaft. Danach durften wir noch eine Stunde am Unterricht teilnehmen, bevor wir um 12:10 Uhr mit unseren Austauschpartnerinnen nach Hause gingen und zum ersten Mal richtig ins französische Familienleben eintauchten.
Am Donnerstag stand ein Ausflug ans Meer auf dem Programm. Nach einer kurzen Unterrichtsstunde fuhren wir mit dem Bus nach Les Lecques, wo bereits die Vorbereitungen für die kommende Badesaison im vollen Gange waren. Nach einem kleinen Imbiss ging es weiter nach Cassis, ein malerischer Ort direkt an der Küste. Dort gönnten wir uns Snacks bei „Chez Marie“, schlenderten durch die engen Gassen und genossen den Blick auf das tiefblaue Mittelmeer.
Der Freitag führte uns in die Universitätsstadt Aix-en-Provence, die mit ihren 140.000 Einwohnern – darunter 40.000 Studierende – ein lebendiges, kulturelles Zentrum ist. Nach einer interessanten Stadtführung erkundeten wir in kleinen Gruppen die charmante Altstadt und ihre Boutiquen. Besonders spannend war zu erfahren, dass der berühmte Maler Paul Cézanne hier geboren wurde und auch hier starb.
Am Nachmittag besichtigten wir am Stadtrand von Marseille eine der ältesten Seifenmanufakturen Frankreichs. Dort erfuhren wir, wie die berühmte Savon de Marseille hergestellt wird: Fast 80 % Olivenöl, dazu Salz, Wasser und Natron – das sind die Zutaten der grünen Seife. Bei der weißen Variante werden Raps- und Kokosöl verwendet. Das Gemisch wird eine Woche lang in großen Kesseln gerührt und gekocht – echte Handwerkskunst!
Das Wochenende (22. und 23. März) verbrachten wir in unseren Gastfamilien. Jede*r von uns erlebte etwas anderes: gemeinsame Ausflüge, Familienessen, Sport, Spiele oder einfach entspannte Nachmittage – so konnten wir den französischen Alltag hautnah miterleben.
Am Montag, den 24. März, stand dann ein echtes Highlight an: ein Tagesausflug in die Millionenmetropole Marseille, die zweitgrößte Stadt Frankreichs. Nach einer zähen Busfahrt durch den dichten Stadtverkehr erreichten wir den Hafen. Von dort brachte uns der „Petit Train de Marseille“ hinauf zur prachtvollen Basilika Notre Dame de la Garde. Von dort oben bot sich ein beeindruckender Blick über die ganze Stadt. Nach der Besichtigung aßen wir in den „Grandes Halles du Vieux Port“, einer modernen Markthalle voller Düfte, Geräusche und leckerer Speisen.
Am Nachmittag besichtigten wir die Kathedrale von Marseille und nutzten anschließend unsere Freizeit, um in einer Mall zu bummeln. Besonders eindrucksvoll waren die farbenfrohen Graffitis im Künstlerviertel „Quartier Panier“ – auch wenn uns dabei ein heftiger Regenschauer überraschte.
Der Dienstag führte uns nach La Ciotat, ein charmantes Städtchen an der Mittelmeerküste. Dort besuchten wir ein kleines Museum, das an die große Zeit der örtlichen Werft erinnerte, die früher riesige Tank- und Containerschiffe für den Überseehandel baute. Heute werden dort die Luxusjachten der Reichen und Berühmten repariert. Anschließend spazierten wir bei strahlendem Sonnenschein durch den Parc Mugel und verbrachten entspannte Stunden am Meer – ein wunderschöner Abschluss unseres Aufenthalts.
Die Rückfahrt führte uns über die atemberaubende Route des Crêtes, eine Panoramastraße mit spektakulären Ausblicken von der 350 Meter hohen Steilküste – ein letzter unvergesslicher Blick auf die Provence.
Am Mittwoch, den 26. März 2025, hieß es Abschied nehmen. Bevor wir zum Flughafen fuhren, machten wir noch eine Bootsfahrt durch acht der berühmten Calanques, die steilen Buchten zwischen Marseille und Cassis. Jede war einzigartig und bot atemberaubende Natur. Am Flughafen Marseille verabschiedeten wir uns schließlich von Sandrine Rey-Beese, die unseren Aufenthalt organisiert und uns gemeinsam mit Frau Demtröder und Herrn Münzer während der ganzen Woche begleitet hatte.
Mit vielen neuen Eindrücken, schönen Erinnerungen und ein bisschen Wehmut traten wir die Heimreise an – und waren uns alle einig: Diese Woche in Südfrankreich war ein unvergessliches Erlebnis!
